7 Gründe, als Frau Motorrad zu fahren

Welch intensive Gefühle man auf einem Motorrad erleben kann, hätte ich niemals für möglich gehalten. Während ich vorher im Sport meinen Ausgleich vom Alltag fand, eröffnete mir das Eintauchen in die Welt der Chopper, Bikes, Superbikes, der Scrambler und Enduros eine neue Welt. Plötzlich sind da ganz andere Möglichkeiten „des Abschaltens“. Dabei kam Motorrad fahren für mich nie in Frage. „Dieser enge Helm.. viel zu gefährlich.. so eine Maschine könnte ich niemals halten.. was soll einem das bitteschön bringen..“ waren nur einige Gedanke, die ich hatte, bevor ich mich kurzerhand dazu entschloss, mich auf dieses Abenteuer einzulassen. Bis heute kann ich mir nicht erklären, woher diese Eingebung kam. Aber es war eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Und in diesem Artikel möchte ich, Marie, 27 Jahre alt, Euch erklären, warum.

  1. Motorrad fahren befreit

Viel mehr Mädels sollten diese Erfahrung machen. Lasst euch von Vorurteilen, welche ich ja selbst immer hatte, nicht abschrecken. Just do it, denn Motorrad fahren befreit Körper und Seele. Ihr lasst den Alltag hinter euch, lernt viele neue Orte und Menschen kennen, wachst aufgrund vieler Herausforderungen über euch hinaus und werdet schnell spüren, wie wohl man sich in der Gemeinschaft von Motorradfahrern, mit welchen man auf einer Wellenlänge schwimmt, fühlen kann. Denn Motorrad fahren ist echt. Nur Du und Dein Bike.

  1. Dein Motorrad verwandelt Männer in wahre Gentlemen

Natürlich wollen wir Frauen uns auch beim Motorrad fahren nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Allerdings gibt es tatsächlich Situationen, in denen ich gerne auf die Hilfe eines Mannes zurückgreife. Und das, obwohl ich grundsätzlich großen Wert auf meine Eigenständigkeit lege. Das liegt meistens aber auch nur daran, dass bei Ausfahrten leider fast nie weitere Bikerinnen anwesend sind (welche mir bspw. beim Rangieren genauso gut helfen könnten). Deswegen fühle ich mich noch lange nicht bevormundet, wenn ein Kerl diesen Job übernimmt. Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele männliche Mitfahrer sehr hilfsbereit sind und sich tatsächlich auch freuen, mit Rat und Tat Frau zur Seite stehen zu können.

  1. Mit deinem Motorrad fällst du definitiv aus dem Rahmen

Statistiken zeigen: Immer mehr Frauen fahren Motorrad. Dennoch erlebe ich es sehr häufig, dass ich ungläubig gemustert werde, wenn ich erzähle, dass ich als Frau Motorrad fahre. In allen Köpfen ist das also noch lange nicht angekommen. Sätze wie: „Was? Ein echtes Motorrad?“ oder „Die ist doch aber bestimmt gedrosselt, oder?“ gehören leider nicht der Seltenheit an. Natürlich genieße ich auch das Gefühl, nicht den Erwartungen anderer Menschen zu entsprechen und sie mit dieser Information über mich zu irritieren. Aber seien wir doch mal ehrlich: Motorrad fahren ist viel zu schön, um es allein der Männerwelt zu überlassen 😀.

  1. Endlich kannst du ohne schlechtes Gewissen viel Geld für teure Klamotten ausgeben

Meiner Meinung nach ist das Tragen qualitativer Schutzkleidung das A und O, wenn Du mit Deinem Bike unterwegs bist. Aber: Qualität kostet meist ein bisschen mehr. Während ich teurer Fashion-Mode nichts abgewinnen kann und großen Labels ungern mein Geld in den Rachen werfe, investiere ich meine Groschen unheimlich gerne in Motorradkleidung. Nicht nur, weil das optisch was her macht, sondern weil ich mich dann gut und sicher fühle – der optimale Grund, den ein oder anderen Euro ohne schlechtes Gewissen mehr auszugeben 😀.

  1. Du kannst „Barbie“ bleiben durch und durch

Ich liebe Make-Up und alles, was dazu gehört. Ich liebe es, mich zurecht zu machen, mir die Haare zu stylen und mich wohl zu fühlen in meiner Haut. Du glaubst, diese Leidenschaften kann man mit Motorrad fahren nicht vereinen?! Falsch gedacht. Unter meinem Helm, trage ich Make-Up, ohne dass etwas verschmiert. In die Handschuhe und um die Kurven komme ich auch mit manikürten Nägeln, ohne dass sie mir abbrechen. Und ich mache wohl bei weitem keinen herben oder burschikosen Eindruck auf meinem Bike. Gegensätze ziehen sich an!

  1. Motorrad fahren steht für Selbstständigkeit, Freiheit und Charakter

26 Jahre lang wusste ich nicht, dass ich Motorrad fahren will. Während ich vorher selten Fahrrad und noch viel seltener (= gar nicht) Roller gefahren bin, habe ich das Motorrad fahren von der Pike auf lernen müssen. Es war nicht immer einfach, aber nach bestandener Prüfung und ein paar Monate später sogar mit eigenem Bike in der Garage, wurde ich mit dem Gefühl des absoluten Stolzes belohnt. Was ich mir zeitweise selbst nicht mal zutraute, hatte ich selbst geschafft. In diese Eigenständigkeit habe ich mich verliebt – denn ich weiß was ich will und was ich brauche. Durch diese Erfahrungen wurde mir immer und immer wieder gezeigt: Zieh´ dein Ding durch! Es stärkt Dich, Dein Selbstbewusstsein und prägt deinen Charakter.

  1. Glück kann man nicht kaufen, aber ein Motorrad

Du trägst immer die brandaktuellste Mode? Hast immer das neueste Smartphone, die angesagteste Handtasche und die hippeste Frisur? Du liebst den Konsum? Und dennoch bist du nicht glücklich? Fühlst dich nicht angekommen? Dann probiere es doch mal mit einem Motorrad! Ich kenne nichts bis gar nichts, was glücklicher macht als die empfundene Freiheit, das Zusammengehörigkeitsgefühl einer Gemeinschaft und das Rumflachsen und Durchatmen während der Pausen. Vieles kannst du dir kaufen, fabelhafte Erinnerungen aber nicht!

Viele Grüße

Marie von http://www.motorradmieze.de

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20 Gedanken zu “7 Gründe, als Frau Motorrad zu fahren

  1. Hallo
    kann ich voll und ganz nachvollziehen
    ich bin 56 Jahre und habe den Motorradführerschein gemacht
    also rannte Mädels es ist nie zu spät…..
    Allzeit gute Fahrt

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    1. Hallo Ilo,
      Wow – mit 56 den Motorradschein gemacht; ich bin beeindruckt. Du gehst mit gutem Beispiel voran :-). Man kann eben alles erreichen im Leben. Ich wünsche Dir allzeit gute Fahrt, wahnsinnig viele schöne Augenblicke und vor allem immer ganz viel Spaß. Viele liebe Grüße, Marie

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  2. ich kann mich nur anschließen. wobei … das mit den gentleman? hab ich bisher noch nicht erlebt. liegt aber vermutlich daran, dass ich keine 27mehr bin 🙂
    freut mich zu lesen, dass es noch mehr „fahrende frauen gibt“ denn wenn ich unterwegs bin, sehe ich seehr selten selbstfahrerinnen. und bisher ist mir erst ein einziges mal eine frau untergekommen, die auch allein unterwegs war, so wie ich

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    1. Hallo meine Liebe,
      ja – bisher kenne ich leider auch noch zu wenig Motorrad fahrende Frauen. Meistens bin ich eine der wenigen, die mit eigenem Bike mitfährt. Ich hoffe, das ändert sich noch. Natürlich ist die Atmosphäre immer toll – egal ob nun Mann oder Frau mit dabei ist.. wir Biker sind eine Familie :-). Aber ich würde es so vielen Mädels da draußen gönnen, diese tollen Erfahrungen machen zu können. Viele liebe Grüße und immer eine gute und sichere Fahrt, Marie

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  3. Tja, meine Frau ist begeisterte Sozia, Null Schräglagenangst oder sonstiges.
    Harztour, Thüringen alles drum und dran.

    Habe sie dann zu meiner Fahrschule (ifz zertifiziert) geschickt, da war sie leider total verkrampft, nervös (Gaskralle) und hat die MT-07 dann gleich mal hingeschmissen.
    Sie würde den Schein halt nur mir zu Liebe machen.
    Mitfahren = 👍
    Selberfahren = 👎
    😳

    Schade schade…

    Scheidung ja oder nein?
    😂

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  4. Hi Sebastian,

    Ich würde eine Scheidung davon abhängig machen, wie gern Du mit Deiner Frau als Sozia fährst 😂.

    Alternativ fahr mit Deiner Frau von jetzt an öfter mit dem Fahrrad. So lernt sie, das Gleichgewicht zu halten. Nur, dass der Bock dann keine 190 Kilogramm wiegt. Selbst MotoGP-Fahrer trainieren im Winter und in langen Pausen auf dem Fahrrad. Ihr könnt ja beide Eure Geschicklichkeit trainieren, indem Ihr durch den Wald fahrt oder auf Skaterampen rumturnt. Darüber fahren reicht schon, es muss ja kein Sprung sein. Die Schulung der Reflexe und das Handling der Bikes sollten im Vordergrund stehen.

    Anschließend würde ich sie auf eine 125er stecken. Irgendwas in Richtung 125er Chopper, bzw. Cruiser. Die Dinger sind super einfach zu fahren und mega bequem. Darauf lernt sie, wie man ein schwereres Motorrad handhabt. Und die fahren auch schon 130 und schneller. Anschließend würde ich an den A2 gehen. Die NC-Modelle von Honda zum Beispiel sind einfach, praktisch, günstig und bequem.

    Nur wenige Menschen haben die Fähigkeit, sofort sicher auf einem Motorrad unterwegs sein. Deswegen besser langsam rantasten.

    Liebe Grüße und DLzG

    Tobias

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  5. Auch ich kann deinen Beitrag voll und ganz nachvollziehen… ich war sehr lange „nur“ Sozia, habe dann aber mit 44 doch noch meinen Schein gemacht. Es gibt nichts Vergleichbares ! Motorradfahren ist einfach der Hammer…
    Ich liebe meine Z 750 – wir reisen viel und ich habe das Glück, nur Gentlemen-Biker um mich herum zu haben. Was bin ich froh um diese Geschöpfe ! Es gibt immer wieder mal Situationen, in denen ich die Hilfe meiner Männer sehr gerne annehme und ich fühle mich trotzdem als vollwertiges Mitglied unserer Truppe.
    Auch wenn ich manchmal mit dem Rangieren Mühe habe… fahren kann ich recht gut 🙂 und das wissen sie !
    Freue mich jetzt schon auf den nächsten Sommer ….
    LG Maggie

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    1. Hallo Maggie, ich weiß genau, was du meinst :-). Und ich freue mich auch schon WAHNSINNIG auf die kommende Saison. Manchmal kann ich gar nicht in Worte fassen, was mich am Motorrad fahren so unendlich fasziniert. Man ist einfach infiziert und kann nicht mehr ohne. Viele liebe Grüße, Motorradmieze

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  6. Ich habe vor drei Wochen im zarten Alter von 30 Jahren meinen Motorradführerschein bestanden. Am Anfang habe ich einige Nerven gelassen und war schon kurz vorm „hinschmeißen“. Hab mich dann doch nicht unterkriegen lassen und was soll ich sagen, als die Blockade im Kopf gefallen ist, hat es angefangen Spaß zu machen. Jetzt bin ich auf meine erste Motorradsaison nächstes Jahr gespannt. Es gibt noch sooooo viel zu lernen und zu entdecken. Mal sehen was ich für Erfahrungen sammeln werde.

    Liebe Grüße
    Melissa

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    1. Liebe Melissa,
      HERLZICHEN GLÜCKWUNSCH!! Das ist ja Wahnsinn! Und natürlich allzeit gute Fahrt :-).
      Ich weiß genau, wovon du sprichst, denn mir ging es nicht selten genauso wie dir. Das habe ich auch in meinem letzten Blogpost beschrieben: https://motoblogging.wordpress.com/2016/10/22/hast-du-noch-angst-oder-faehrst-du-schon/. Ich wünsche dir ganz viele tolle Erfahrungen und vor allem aber auch Herausforderungen, an denen du wachsen und immer besser werden kannst – eine fabelhafte Saison 2017 :-). Viele liebe Grüße, Marie

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  7. Hallo Motorradmieze!

    Finde ich gut, was du geschrieben hast! Sollte mehr Motorradmiezen geben wie dich. Ich habe einen vielleicht nächsten Schritt für dich: fahren auf der Rennstrecke – mit dem Motorrad natürlich. Einfach mal ein Renntraining buchen und nach Lust und Laune auf einem Racetrack fahren – das ist so richtig geil. Auch hier fahren Mädels – nicht viele, aber es fahren welche.
    Vielleicht sehen wir uns ja mal auf der Renne 🙂

    Dreh rechts auf laut und immer oben bleiben!

    Viele Grüße – der Raceflo, 11 Jahre alt und Motorrad-Rennfahrer

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    1. Hey Raceflo,
      mit 11 schon auf der Rennstrecke – na du bist ja ein cooler Typ :-)! Und ja, mit dem Gedanken Rennstrecke spiele ich tatsächlich schon eine Weile. Ich liebe einfach die Herausforderung ;-)! Es könnte also gut sein, dass wir uns dort kommendes Jahr mal begegnen werden. Viele Grüße, Marie

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  8. Auch einen Gruß von mir.
    Habe vergangenes Jahr meinen „Lappen“ gemacht.
    Und mich mit 39 wie ein „kleines“ Mädchen gefühlt.
    Aber nach einer Stunde, bei strömendem Regen… Bestanden.
    Ich liebe meine F800 R.
    Und das ganze Feeling drumherum und dabei.
    By the way, ich suche noch „Mitfahrerinnen“ in der Region Frankfurt am Main 🙂
    Gruß
    Lara

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    1. Hallo Larissa,
      ob du es glaubst oder nicht, auch meine Prüfung fand (nach ALLEN Fahrstunden im strahlenden Sonnenschein) bei strömendem Regen statt 😁. Aber es lief teilweise besser als zuvor. Ich bin unendlich froh, daß durchgezogen zu haben 😊.
      Wünsche dir immer eine gute Fahrt, viele Grüße, Marie

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      1. Und 2 Monate später bin ich 6 Pässe nach Bozen gefahren 😉 Jetzt mittlerweile über 7.500 Kilometer und bin sicher, „ES“ gehört zu mir! Dir auch immer gute Fahrt

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  9. Meine Frau ist jahrelang nur mit gefahren, vor zwei Jahren habe ich mir ein neues Motorrad gekauft, und die alte ihr Geschenk. Dann hat auch Führerschein gemacht jetzt fahren wieder zusammen aber jeder für sich das macht jetzt noch mehr Spaß.
    Allen weiter hin viel Spaß beim fahren

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  10. Hallo Motorradmieze,
    toll geschrieben! Bis auf den Punkt mit dem Make-Up und den lackierten Nägeln (war noch nie meins, bin aber trotzdem kein Mannweib) unterschreib ich das sofort.
    Habe erst dieses Jahr mit 41 Führerschein gemacht und bin seither ca. 6000 km gefahren. Und meine Versys 650 ist total toll, auch wenn ich manchmal ebenfalls leichte Probleme beim Rangieren habe!
    Das ist schon ein besonderes Hobby; ohne meinen Freund wäre ich nie darauf gekommen…und was ich noch zum Thema Fahrschulfrust sagen wollte: manchmal liegt es auch am Fahrlehrer, wenn es nicht so klappen will – ein Wechsel war bei mir die Lösung.
    Gute Fahrt allen!
    Viele Grüße
    Stefanie

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  11. Hey Motorradmieze, du sprichst mir aus der Seele.
    Ich hab meinen Lappen seit fast 6 Monaten. Mit 23 begann der Wunsch in mir auf zu flammen und 2jahre später hab ich es trotz Protest von vielen Seiten gewagt.
    Ich hatte genau wie du keinerlei Kontakt zu den Maschinen bisher. Fahrrad fahren hab ich gehasst und ein Roller kam nie ins Gespräch.
    Es war die beste Entscheidung in meinem Leben mir diesen Traum zu erfüllen.

    Auch die Sprüche a la „die ist dann aber gedrosselt, nicht“ oder „das ist doch viel zu gefährlich..“ höre ich häufig..
    All das macht dieses Hobby aber nicht weniger schön.
    Ich steige jedes mal mit Herzklopfen vor Freude auf mein Bike und bin immer wieder überwältigt über diese unglaublich offenherzige Bikergemeinschaft.

    Die Linke zum Gruß

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