Ein neuer Helm/ein neuer Style – der NEXX Rocker

Ich habe entschieden in Zukunft etwas stylischer auf den Straßen unterwegs zu sein und musste erfahren, dass es gar nicht so einfach ist, einen Vintage Helm zu finden der gut aussieht, bezahlbar ist und auch noch allen Normen entspricht.

Bevor ich beginne noch ein kleiner Tipp für alle Leser, die nur an den Feedback zu dem Helm interessiert sind: Scrollt lieber runter zu dem Punkt – Lieferung. Vorher werde ich noch ein bisschen darüber sprechen wie ich zu dem NEXX Rocker gekommen bin. Außerdem muss ich wohl noch sagen, dass ich weder ein Motorradfahreprofi bin noch sehr versiert auf dem Gebiet Motorradhelme.
Der Beitrag beschreibt lediglich meine persönlichen Erfahrungen mit dem NEXX Rocker.

Vor einiger Zeit habe ich als Videographer den Gentleman’s Ride in Hamburg begleitet.
Hierbei ist ein tolles Video  von einem fantastischen Event rausgekommen, sowie eine neue Erkenntnis für mich.
Endlich wusste ich wo ich hin will .
Und das ist nicht demographisch gemeint…sondern visuell. 🙂

Denn obwohl ich meine Honda Transalp sehr liebe, konnte ich mich mit dem Look der Dualsportfahrer (und vor allem Fahrerinnen) nie identifizieren.
Na klar, Textilkombis sind praktisch und Klapphelme bequem auf einer Reise, aber mir fehlte da einfach der Style und bin deshalb in dieser Motorrad-Sparte nie wirklich angekommen.

Bei dem Gentleman’s Ride waren dann plötzlich so viele schöne und stilvolle Menschen um mich herum und ich überlegte :
Das muss doch auch vereinbar sein – Dualsport / Funktion UND schickes Design.
Und das habe ich zu meiner Aufgabe in den nächsten Jahren gemacht.
Mein Motorrad und ich werden umgestylt.

Bevor ich beginne an meiner Maschine rumzubasteln, wollte ich gerne etwas an mir selbst ändern um diesen Entschluss zu besiegeln.
Die Entscheidung ist auf einen neuen Helm gefallen.
Mein Scorpion (EXO-500) ist zwar gut aber auch ziemlich langweilig.
Außerdem sollten Helme aufgrund von Materialermüdung durch UV-Einstrahlung alle 5-10 Jahre ausgetauscht werden.
(Weitere Infos dazu gibt es am Ende)

Es wurde also langsam Zeit für etwas Neues und die Qual der Wahl war groß.
Folgende Faktoren haben meine Suche bestimmt:
Preis/Design/Qualität/Siegel/Größe (ich scheine einen sehr kleinen Kopf zu haben)

Wenn man nach einem Café Racer- bzw. Retro-Helm sucht, kommt man um zwei Marken nicht herum.
Biltwell und Bell.

Bei meiner Motorrad Community von Instagram habe ich mal nach Erfahrungen gefragt und die Modelle, die mich interessierten waren schnell wieder vom Tisch.

Laut, sehr schwer, viel zu groß, keine Lüftung.

Ich hatte die Wahl zwischen teuer und guter Qualität und günstig und nicht ganz so guter Qualität.
Außerdem kommt einem da noch eine nicht zu unterschätzende Kleinigkeit in die Quere, das ECE Siegel. Das haben einige günstigere Vintage Helme nämlich leider nicht.
(Bedeutung und Auswirkung eines fehlenden ECE Siegels könnt Ihr unter dem Beitrag lesen.)

Den Hersteller Nexx Helmets hatte ich bis dahin nicht auf dem Radar und bin eher durch Zufall auf die Marke gestoßen.
Doch wie sich herausstellte ist dieser Hersteller eine echt gute Alternative zu den gängigen Marken.
Sehr gute Qualität zu vernünftigen Preisen.
Die Designs der Helme gefielen mir sehr und mit viel Glück ist es zu einer Kooperation mit Helmexpress gekommen und nun darf ich den NEXX Rocker mein Eigen nennen! 🙂

Also lange Rede kurzer Sinn, ich bekam also ein Paket von Helmexpress.

Lieferung

Ich habe mich für das Modell NEXX G100 Garage Rocker in S entschieden (XS gibt es nicht).
Das Druckknopfsystem war mir besonders wichtig um später auch die Möglichkeit zu haben ein Bubblevisier zu benutzen.
Die Vintage angehauchte runde Form des Helmes und der glänzende Lack waren bei meiner Suche ebenfalls ein must-have. Das goldene Dreieck auf dem Rocker hat mich direkt angesprochen, da ich geometrische Formen liebe und die schwarz-goldenen Lackierung passt perfekt zu meiner schwarzen Transalp mit ihren goldenen Felgen.
Ihr seht also dieses Helmmodell ist wie für mich gemacht 😛 .

Als ich ausgepackt habe betrachtete ich erstmal die Qualität der Materialien.
Das Innenfutter ist kuschelig weich und durch die braune Färbung bekommt man den Eindruck es wäre Wildleder.

Der Helm ist in der Größe S etwas zu groß für mich. Das überrascht mich aber nicht, ich scheine ja wirklich eine klitzekleine Birne zu haben.
Ein tolles Feature von dem Helm ist, dass man die Passform mithilfe von kleinen Stoffpads noch anpassen kann. Diese Pads wurden gleich mitgeliefert und können auf die Styropor-Schicht unter dem herausnehmbaren Futter geklebt werden.
Ich muss leider sagen, die Anleitung ist jetzt nicht die ausführlichste und ich habe die Pads eher nach Gefühl verteilt. Für mich persönlich wären zusätzliche Polster an den Wangenknochen hilfreicher gewesen als auf dem Kopf. (Dort ist das Innere des Helmes mit Klettverschluss für das Futter versehen und so ist es nicht möglich etwas darauf zu kleben. ) Aber ich denke, dass ist schon Meckern auf hohem Niveau.
Nachdem ich die Pads in den Helm geklebt habe, sitz er schon wesentlich besser!

Mitgeliefert wurde außerdem eine leicht getönte Visierbrille und ein Visierschirm.
Da dieser mich allerdings etwas zu sehr an Harleyfahrer erinnert hat, habe ich den Schirm gleich mal entfernt. Durch das Druckknopfsystem ist das Montieren und Tauschen von Visier und Schirm ganz easy. Die einfache Montage macht es aber auch verführerischer sich ein paar „Ersatz Visiere“ zu zulegen. So dass man quasi nach Outfit oder Stimmungslage die Farbe und den Verspiegelungsgrad seines Visieres spontan festlegen kann.

So, lange genug beglotzt und betatscht.

Jetzt wird der Helm probegefahren.
Wie so viele gute Geschichten beginnt auch diese an einem heißen Sonnigen Sommertag in Hamburg. Warte mal…
Naja zumindest dieser eine Tag im Jahr in Hamburg war echt warm und sonnig.
Perfekte Bedingungen für eine Testfahrt.

Anfangs verwirrte mich der Doppel D-Ring Verschluss.
Ich kannte bis dahin nur Klickverschlüsse und selbst mit denen hatte ich oft so meine Probleme. Im Nachhinein habe ich aber gelesene, dass der D-Ring Verschluss wesentlich sicherer sein soll. Also werde ich mir in Zukunft Mühe geben, das Ringsystem schnell zu beherrschen. Wahrscheinlich alles nur eine Sache der Gewohnheit.

Beim Aufsetzen des Rockers fragte ich mich wie ich denn bitte Luft bekommen sollte.
Der Helm ist durch die Visierbrille ja dauerhaft geschlossen. Aber da die Brille mit einem Gummi an den Seiten des Helms befestigt ist, kann man die Brille ganz einfach etwas nach oben schieben. Sie kann auch ganz nach oben geschoben und wie ein geöffnetes Visier genutzt werden. Es besteht also keine Erstickungsgefahr, auch nicht im Stillstand in der glühenden Sonne.

Bei der Fahrt dann war ich positiv überrascht wie viel Frischluft doch tatsächlich in den Innenraum gelangte. Es war eine drückende Hitze draußen und trotzdem hatte ich das Gefühl genügend angenehm temperierte Luft zu bekommen.
Der Rocker hat eine Kinnlüftung, zu erkennen an den Metallgitter außen. Zu dem habe ich in dem Helm von Nexx auch wesentlich mehr Platz vor dem Kinn als in meinem Scorpion.
Ich habe das Gefühl durch diesen Freiraum besser Luft zu bekommen.

Was mich total überraschte war die extrem gute Sicht.
An diesem Punkt weiß ich nicht so genau ob mein altes Visier so schlecht ist, oder ich das Fahren mit einem getöntem Visier einfach falsch eingeschätzt habe. Jedenfalls bin ich mit einem ganz neuen Blick auf die Welt durch die Straßen gefahren.
Ich habe das Gefühl mehr zu sehen und auch wesentlich schärfer und definierter.

Die Störgeräusche konnte ich bei meiner kleinen Probefahrt noch nicht einschätzen, da ich in der Stadt unterwegs war und daher jenseits der 100 km/h.
Bei Stadttempo war allerdings nichts nennenswertes zu hören. Ein leises sehr gleichmäßiges Rauschen.
Bei einer späteren Testfahrt auf der Autobahn ist zu sagen, dass der Rocker im Vergleich zu meinem Scorpion echt leise ist. Natürlich hört man bei 100 km/h ein lauteres Rauschen. Allerdings ist dieses Rauschen sehr gleichmäßig und daher auch kaum störend. Ich kann mich auch bei höheren Geschwindigkeiten noch sehr verständlich mit meinem Partner über unser Kommunikationstool unterhalten. Dies war mit meinem alten Helm nicht gegeben.

 

Mittlerweile habe ich den Nexx ja auch schon einpaar Wochen und bin ein paar mehr Kilometer damit gefahren.

Hier gibt es eine Übersicht meiner Pros und Contras von dem Nexx G100 Garage Rocker.

Pros:

  • sehr sehr schickes Design / toller Retro Look mit modernen Touch
  • tolles Material (TRI-Composite -Fiberglas/Carbon/Kevlar) dadurch sicher UND leicht
  • Innenfutter ist sehr weich und bequem
  • Innenfutter ist herausnehmbar und waschbar
  • Innenfutter ist durch Klebepads noch besser an die Kopfform anpassbar
  • super klare Sicht
  • verschiedene Visierbrillen erschwinglich und einfach zu tauschen
  • Kinnbelüftung
  • Doppel D-Ring Verschluss (Sicherheit)
  • Freiraum vor dem Kinn (Platz für Mirko & gute Luftversorgung)
  • Visier Brille sieht stylish aus, und lässt sich wie ein normales Visier öffnen
    (cooler Effekt an der roten Ampel: Brille an einer Seite öffnen und runter hängen lassen)
  • Preisleistung top!

Contra:

  • bei Regen beschlägt das Visier etwas sobald mit dem Mund ausgeatmet wird
  • Wenn mal die Nase juckt oder man etwas im Auge hat, ist es recht umständlich an das Gesicht zu kommen
  • Doppel D-Ring Verschluss, eigentlich ein großes Plus – ABER es dauert etwas länger beim Schließen und Öffnen
  • Halterung für Kommunikationstool muss auf den Helm geklebt werden, statt zwischen Schale und Futter geklemmt zu werden

Wie Ihr vielleicht schon seht, kritisiere ich hier auf sehr hohem Niveau.
Ich bin sehr sehr zufrieden und happy mit dem Helm und das nicht nur weil Helmexpress so nett war und mir so zur Verfügung gestellt hat.
Für 280 Euro, würde ich das Glanzstück glatt auch selbst kaufen. Falls ich hier doch noch Fragen offen gelassen haben sollte, könnt ihr mich gerne kontaktieren und ich werde euch natürlich ehrlich antworten :).

Processed with VSCO with t1 preset

 

Mir ist bewusste, dass das Vintage Design momentan noch etwas im Kontrast zu dem Look von meiner Dualsport Maschine steht. Aber daran soll sich ja in den nächsten Jahren eh noch etwas ändern und ich bin schon gespannt wie es am Ende alles zusammen aussieht.

Ich freue mich schon sehr in den nächsten Jahren stilsicher durch die Gegend zu fahren.

Den Helm habe ich euch natürlich hier verlinkt:
https://www.helmexpress.com/nexx-x-g100-garage-rocker-integralhelm

Und hier gibt es andere Helme von Nexx die mich visuell auch angesprochen haben:
https://www.helmexpress.com/nexx-x-g100-garage-devon-integralhelm
https://www.helmexpress.com/nexx-x-g100-garage-sugar-killer-integralhelm
https://www.helmexpress.com/nexx-x-g100-garage-carbon-integralhelm

Euer goldener Powerranger

Caro 🙂

Processed with VSCO with t1 preset

Dies sind die relevanten Fakten, die ich während meiner Heimsuche online recherchiert habe:

ECE (Economic Comission for Europe)

Dieses Siegel ist für Helme, die in Europa getragen werden Pflicht.
Es muss im Innenfutter oder auf dem Kinnriemen eingenäht sein und besagt: dass genau dieser Helm alltagstaugliche, standardisierte sowie im Labor getestete Schutzwirkungen besitzt.
Bei Verkehrskontrollen auch im Ausland wird geprüft ob der Helm das benötigte Siegel hat.
Falls das nicht der Fall sein sollte, kann es nicht ganz unerhebliche Strafen nach sich ziehen! (Italien – Beschlagnahme des Motorrads oder in Deutschland fehlender Versicherungsschutz)

DOT (USA – “Department of Transportation”)

Dieses Siegel reicht in Europa leider nicht aus

 

 

Aufgrund von Materialermüdung durch UV-Einstrahlung sollten Helme alle 5-10 Jahre durch einen neuen ausgetauscht werden.

Die Haltbarkeit eines Helmes wird durch das Herrstellungmaterial bestimmt:

Polycarbonat / Ronfalin

– günstig

  • Haltbarkeit ca. 5-6 Jahre
  • leicht

Fiberglas/Aramide

– etwas teurer wegen aufwendigere Herstellung

  • stärkerer Schutz
  • längere Haltbarkeit bis zu 10 Jahren

– schwereres Gewicht ( außer es wird mit Materialmix gearbeitet bspw. TRI-Composite)

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2 Gedanken zu “Ein neuer Helm/ein neuer Style – der NEXX Rocker

  1. „Wie Ihr vielleicht schon seht, kritisiere ich hier auf sehr hohem Niveau.“

    Ich würde das nicht so sehen, im Gegenteil: daß der Doppel-D – Verschluß bei Dir unter Negativposten gelistet wird, läßt eher -motorradfahrerbezogen- Kindergartenniveau erkennen.
    Immerhin ist diese Art einen Helm zu verschließen, die bestmögliche Garantie dafür, daß er, wenn er in Aktion seinen Zweck erfüllen muß, Dir auch auf dem Kopf bleibt und nicht neben Dir herrutscht, während deine Wangen bösen Asphaltausschlag abbekommen.

    „Ich freue mich schon sehr in den nächsten Jahren stilsicher durch die Gegend zu fahren.“

    Noja. Was soll mann dazu schon schreiben … ‚zielsicher‘ wäre eindeutig besser gewesen … 😉

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    1. Hallo Olpo, wenn du etwas genauer gelesen hättest, wäre dir aufgefallen, dass ich genau das auch geschrieben habe :D.
      Ich habe schon erfahren, dass der Doppel D Verschluss wesentlich sicherer ist und daher finde ich auch gut, dass er vorhanden ist.
      Allerdings ist es trotzdem erstmal ein Nachteil für mich nun etwas länger für das Auf-und Absetzen zu benötigen.
      Schade dass du gleich so wertend mit herablassenden Worten schreibst!
      Ich bin kein Motorradprofi und habe das auch nie behauptet.
      Ich freue mich aber trotzdem über dein Kommentar und dass du den Beitrag gelesenen hast!
      😛

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